Weixlbaumer/Ciresa: IT-Projekte in Österreich

IT-Projekte in Oesterreich Wer kennt sie nicht: Dicke Wälzer, die Projektmanagementwissen vermitteln wollen, aber oft den Praxisbezug vermissen lassen. Das ist hier anders. Entgegen dem, was der Titel vermuten lässt, liefert das Buch praxisnahes Management-Wissen für die effektive Durchführung von IT-Projekten. Dabei gehen die Autoren zwar auch auf österreichspezifische Rechtsfragen ein, das Buch lässt sich jedoch auch außerhalb Österreichs mit Gewinn lesen.


Elmar Weixlbaumer war als Projektleiter für verschiedene internationale IT-Großprojekte in unterschiedlichen Branchen verantwortlich - ein Mann aus der Praxis also. DDr. Meinhard Ciresa ist Wirtschaftsanwalt in Wien und steuert das Wissen über IT- und Lizenzrecht sowie die Internet-Rechtsprechung bei.

Das im Manz-Verlag, Wien, erschienene Buch der beiden Autoren profitiert aus diesem reichen Erfahrungsschatz, ist gut zu lesen (auch für Einsteiger in das Thema) und liefert zudem zahlreiche Handreichungen in Form von Musterdokumenten, die per Download bezogen werden können.

Allein: Der Titel ist unglücklich gewählt. Unter "IT-Projekte in Österreich" würde man eher eine Fallbeispiel-Sammlung erwarten. Zudem ist der überwiegende Teil der Informationen nicht österreich-spezifisch: Die landesspezifischen Besonderheiten sind im Gegenteil explizit gekennzeichnet. Gerade Projektneulinge, die aus den immer wieder eingestreuten Beispielen aus dem Projektalltag den größten Nutzen ziehen könnten, werden so vom Titel unnötigerweise abgeschreckt.

Inhaltlich schlägt das Buch einen weiten Bogen:
  • Im ersten Teil geht es allgemein darum, was Projekte generell und IT-Projekte im Besonderen auszeichnet: Wie erkennt man ein IT-Projekt? Welche Interessen haben die Projektbeteiligten? Wie stellt man ein gutes Projektteam auf?
  • Im zweiten Teil behandeln die Autoren dann die Projektplanung: Angefangen von der Angebotserstellung über Vertrags- und Kalkulationsfragen bis zu Planungstechniken, Projektmanagement-Software und der richtigen Dokumentation reicht hier das Spektrum.
  • Im dritten Teil geht es um die eigentliche Projektarbeit und vor allem um Fragen der Kommunikation und Teamführung.
  • Der abschließende vierte Teil widmet sich der Qualitätssicherung sowie dem Projektabschluss und der Übergabe.
Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar (das gerade für Einsteiger hilfreich ist) sowie ein weiterführendes Adress- und Literaturverzeichnis. Gut gelöst ist auch die Gestaltung des Buches: verschiedene Icons markieren wichtige Hinweise, Fallstricke ("How to kill a project") sowie österreichspezifische Textteile oder weisen auf verfügbare Arbeitshilfen hin.

Eine nützliche Lektüre, die gerade unerfahrenen Projektleitern ans Herz gelegt werden kann.
Das Buch ist über Amazon erhältlich...

Von Karina Matejcek / Markus Stolpmann am 07.05.2005, 20:06, in eDs Bücherregal
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