Ein eDings-Beitrag von Markus Stolpmann

Deutschland sicher im Netz?

Mehr Sicherheit für deutsche Internet-Nutzer versprechen unisono Politiker und Wirtschaftsbosse und starten eine Initiative “Deutschland sicher im Netz”. Mag sein, dass es etliche Gefahren im Internet gibt ... aber sollte man wirklich darauf hoffen, dass eine solche deutsche Initiative etwas bringt?



Eine Initiative "Deutschland sicher im Netz", bei der Wirtschaft und Politik an einem Strang ziehen und den gemeinen Internet-Nutzer in Deutschland von den Gefahren des bösen weiten Webs schützen? Hört sich doch gut an. Zumindest auf der Titelseiten der Tageszeitungen. Und händeschüttelnde Größen wie Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, Microsoft-Gründer Bill Gates und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber machen sich ja auch gut.

Aber mal ehrlich: Deutschland sicher im Netz? Klar gibt es Spam, Viren, Phishing, unseriöse Anbieter, Dialerabzocke und vieles mehr. Aber das wenigste davon macht an Landesgrenzen halt. Und Browser werden in Deutschland auch nicht maßgeblich entwickelt. Die deutschen Virenschreiber sind ja bekannter als die deutschen Virenjäger! Da fragt sich dann schon, was von so einer Initiative übrig bleibt. Sinnvoller wäre wohl so was wie "Weltweit sicher im Netz".

Oder blockieren wir Spam jetzt an den Landesgrenzen oder leiten ihn nach Österreich um? Phishing wird per Gesetz verboten? (Ähm, ist es das nicht eigentlich schon ... naja.) Oder gibt es jetzt den kleinen Internet-Führerschein auf Krankenschein? Im Ernst: Das wird wieder so eine Geschichte, von der der Normalsterbliche herzlich wenig hat. Und es steht auch nicht zu erwarten, dass wir für die nächste elektronische Steuererklärung gleich eine Firewall gratis mitgeliefert bekommen. Es steht nicht mal zu erwarten, dass die Bedenken zur Datensicherheit von Elster ein für allemal ausgerämt werden.

Aber man kann ja mal wieder das Thema digitale Signatur anpacken ... das dümpelt eh dahin. In Österreich kann man übrigens jetzt auf der Bankomat-Karte seine digitale Signatur speichern ... und sich dann gegenüber Behörden ausweisen. Kartenlesegeräte kosten subventioniert etwa 15 Euro. Nachteil nur: Bislang funktionieren die Anwendungen nur unter Windows - Nutzer anderer Betriebssysteme schauen erstmal in die Röhre (und das, obwohl die Stadt Wien selbst großartig die Umstellung ihrer DV auf Linux ankündigte)—- und natürlich: diese digitale Signatur nutzt einem höchstens gegenüber österreichischen Behörden und Banken ... im Online-Handel (erst recht länderübergreifend) ist sie ziemlich nutzlos.



Von Markus Stolpmann am 31.01.2005, 22:51, in eDings live
Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.




Cool Stuff...

Querdenken und Neues schaffen
Anke Meyer-Grashorn: Spinnen ist Pflicht

Begegnungen
Roger Willemsen: Gute Tage

Niveauvoller Spaß
Andreas Rother: Unternehmensphilosophie in Textbausteinen

Das Publikum fesseln
Peter Klotzki: Wie halte ich eine Rede?

Kurz und knackig
Roland Leonhardt: Der One-Page-Manager - nie mehr als eine Seite

Der Online-Shop
Susanne Angeli, Wolfgang Kundler: Handbuch für Existenzgründer - Business-Plan, eShop-Systeme, ePayment, Behörden, Online-Recht, Marketing u.v.m.

Business-Querdenken
Anja Förster, Peter Kreuz: Different Thinking

Persönlichkeit als Marke
Petra Wüst: Self Branding für Manager

Rettet dem Dativ?
Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Strategien für mehr Profit
Robert G. Docters, Martin Dürr: Pricing und Branding

Pimp your Website!
Mario Fischer: Website Boosting - Suchmaschinen, Usability, Kundenbindung

Strategien für den langfristigen Erfolg in Inden
Volker Zotz: Die neue Wirtschaftsmacht am Ganges

China verstehen
Kai Strittmatter: Gebrauchsanweisung für China

Die Welt neu entwerfen
Bruno Weisshaupt: SystemInnovation - Urbanität, Identität, Interaktion, Mobilität, Integration, Individualität, Automatisierung

Mehr Erfolg mit Online-PR
Marcel Bernet: Medienarbeit im Netz