Ein eDings-Beitrag von Markus Stolpmann

Heise online Opfer von DOS-Attacke

Heise online ist aufgrund einer gezielten DOS-Attacke nicht erreichbar. Das Unternehmen setzt 10.000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise aus…



Aus einer Mitteilung des Heise-Verlages:

Gezielte Denial-of-Service-Attacke auf heise online
www.heise.de wegen Angriffen nicht erreichbar

Hannover, 1. Februar 2005 - heise online wurde seit Montag durch mehrere Wellen mit so genannten Denial-of-Service-Attacken unbekannten Ursprungs zeitweise lahm gelegt. Der Heise Zeitschriften Verlag wird Strafanzeige stellen und setzt eine Belohnung von 10 000 Euro aus für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen.
Bisher sind vier Angriffe auf das meistbesuchte deutschsprachige IT-Nachrichten-Angebot im Internet zu verzeichnen. Dabei wurden so viele Anfragen an den Server gerichtet, dass sie zu einem Totalausfall von über fünf Stunden geführt haben.
Der erste Angriff erfolgte gestern (Montag) gegen 10 Uhr und sorgte zu einer Überlastung eines so genannten Load Balancers. Dieses Gerät verteilt sämtliche Aufrufe von www.heise.de auf rund 25 einzelne Web-Server unter Linux und eine Solaris-Maschine, die zusammen das Online-Angebot des Heise Zeitschriften Verlags bilden.
Fällt der Load Balancer aus, ist heise online nicht mehr erreichbar. Normalerweise hat diese Hardware genügend Reserven für den stärksten Besucherandrang. Gestern musste sie jedoch zweimal neu gestartet werden, und selbst ein Backup-System reichte nicht aus, um den Angriffen standzuhalten.
Zurzeit treibt der Angreifer ein Katz- und Mausspiel mit den Technikern des Verlags. Kurze Zeit, nachdem heise online eine Änderung vornahm, um die Web-Seite wieder erreichbar zu machen, reagierte der Angreifer und passte seine Attacken an die neue Situation an.

Dieser Fall zeigt deutlich, dass auch große Anbieter nicht gegen technische Probleme und insbesondere gezielte Attacken gefeit sind. Für KMU sind die Risiken des Online-Business in der Regel sogar noch weniger einschätzbar: Sie verfügen zumeist weder über Personal, Technik, Ressourcen und Wissen, im Bedarfsfall rasch und effektiv zu reagieren. Bei Heise kann man zumindest annehmen, dass man alles daran setzt, die Angriffe zu dokumentieren, Beweise zu sichern und aktiv gegen die Angreifer vorzugehen.



Von Markus Stolpmann am 01.02.2005, 14:45, in eDings live
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