Ein eDings-Beitrag von Karina Matejcek

Gerry McGovern und Rob Norton: Content Critical

Gaining Competitive Advantage Through High-Quality Web Content contentcriticalcover


While traditional publishers understand the true value of content,
many other organizations do not. Content is often seen as
that thing you have to do after you’ve finished your "real" work.


Die Menschen sind heute gezwungen, mehr denn je zu lesen. Und sie haben mehr denn je zu schreiben: "Content is critical to the success of the modern organization and individual." - Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Jeder publiziert, ein großer Teil der produzierten Texte ist schlecht strukturiert, schlecht geschrieben und überdies unauffindbar, weil die Ablage schlecht organisiert ist, offline wie online. Und: Es ist niemand da, der die Fülle eindämmt, indem er auswählt und die Qualität sichert - also die Aufgabe des klassischen Verlegers übernimmt.

"Alles, was Sie über das Web wissen, ist falsch." - Das Web ist keine Spielwiese für Technik-Freaks. Es ist ein Kommunikationsmedium und als solches eine Lösung zur Publikation von Inhalten. Es ist ein Ort, an dem die einen sich einfinden, um Content zu publizieren, und die anderen kommen, um Content zu finden. Und zwar: Texte. Das wird sich im Großen und Ganzen für die nächsten zwanzig Jahre nicht ändern.

Die einzige Aufgabe, die die Technik hier erfüllen kann, ist, uns bei der Organisation der Information zu unterstützen und die Rezeption zu ermöglichen. Nicht mehr und nicht weniger. Den Text, der erklärt, beschreibt, einlädt, verkauft ..., den muss der Mensch verfassen.

The key difference between commerce and e-commerce is that commerce is selling with people and e-commerce is selling with content.

Eine Tatsache, die bislang im "Web-Publishing" nicht ausreichend berücksichtigt wird: Das Web ist ein Publishing-Instrument und die Kriterien für die Produktion der Inhalte sind von jenen des klassischen Publizierens abzuleiten.

Selektion, Qualitätssicherung, Leserorientierung sind die drei Hauptanforderungen an Web-Content. Dazu kommen der Zeitfaktor - man muss schneller sein als die Konkurrenz - und das Bewusstsein dafür, dass der Content der Faktor für den geschäftlichen Erfolg ist, offline wie online.

Content Management ist daher nicht nur eine technische Anforderung, sondern eine Anforderung im Rahmen der Sicherung inhaltlicher Qualität. Informations-Ökonomie im weitesten Sinne: eine rechnerische Größe, die in die Business-Pläne mit einbezogen und für die ausreichend Budget geplant werden muss.

Die Autoren liefern detaillierte Informationen über diesen Qualitätssicherungsprozess: über Kosten und Nutzen von Content, die Notwendigkeit von Standards, die Produktion, die Rolle der Informationsarchitektur, über Usability, Layout und Design und die Rollenverteilung im Publishing-Team.

Die Aussagen von McGovern und Norton sind so einfach wie kompromisslos:
  • People are the key asset.
  • Readers want your advice.
  • Readers want up-to-date, quality content.
  • Readers want relevant and straightforward content.

Content Critical ist Pamphlet und Handlungsanweisung gleichzeitig. Es stellt die Bedeutung der Inhalte für E-Commerce-Aktivitäten klar und bringt Begriffe aus der Welt des klassischen Verlegens und Publizierens in die Welt des Web-Publishing ein. Ein längst notwendiger Prozess, um die Rollen in Webprojekten so zu definieren, wie Nick Usborne es in Net Words fordert: "Allow Copywriters to Do Great Work."

Amazon liefert das Buch ohne Versandkosten.

Von Karina Matejcek am 23.07.2002, 09:56, in eDs Bücherregal
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