Ein eDings-Beitrag von Karina Matejcek

Eine kleine Geschichte

Wie man den Erfolg von Presseaussendungen per E-Mail garantiert mindert - eine kleine Geschichte aus dem wirklichen Leben!

Nicht alles, was schief gehen kann,
sollte auch schief gehen!

 


Eine Wiener Agentur für Public Relations verschickt regelmäßig Presseaussendungen eines großen Telekom-Anbieters per E-Mail.

Diese Aussendungen sind für mich als Beraterin für Online-Kommunikationsstrategien immer sehr interessant. Schon der Kopf der E-Mail bietet jede Menge spannende Informationen. So steht im "An:"-Feld nicht nur meine Adresse, sondern ich finde auch die Mail-Adressen aller anderen vor, die in den Genuss dieser Aussendung kommen. Das finde ich sehr praktisch. Einerseits hilft es mir bei der Aufmöbelung meines Selbstbewusstseins, denn in diesem Verteiler befindet sich tatsächlich nur die Creme de la Creme der österreichischen IT-Berichterstattung. Und es erspart mir andererseits das mühsame Recherchieren - dank einer dieser praktischen Funktionen meines Mailprogramms ist die ganze Liste mit einem Klick auch gleich in meinem Adressbuch - man weiß ja nie, wozu man das einmal braucht!

Der Body der Mail ist eher schlicht gehalten. Ein einfaches: "Wir erlauben uns, Ihnen die Aussendung unseres Kunden XY zu übermitteln", unterzeichnet mit dem Namem ABC - der im Übrigen nicht dem entspricht, der als Absender angegeben ist. Wie schön, denke ich da immer, dass sich da zwei Mitarbeiter offenbar einen PC-Arbeitsplatz teilen dürfen!

Das Beste an der E-Mail kommt jedoch im Anhang: Das Word-Attachment zu öffnen ist für mich als PC-Userin immer wieder ein Genuss, es ist nämlich - Gott sei Dank! - ein WinWord-Format der allerneuesten Generation. Ich male mir an dieser Stelle immer mit schaurigem Schrecken aus, was wohl ein Mac-User mit einer etwas älteren Programmversion in diesem Moment macht, deren es ja gerade unter Journalisten den einen oder anderen geben dürfte.

Das Word-Dokument birgt immer wieder Überraschungen: Ist die Formatierung mit verschiedenen Schriften, Balken in Grauschattierungen und mit automatischen Aufzählungszeichen wieder so gut gelungen wie letztes Mal? Meist sind die Überschriften nämlich sehr schön, wenn auch unleserlich (ich habe die Schrift nicht in meinem System). Mit einem einfachen "Alles markieren" und mit einem Klick auf eine Standardschriftart sieht die Sache dann schon ganz anders aus - leider ist mein Betriebssystem im Moment etwas instabil und gerade an dieser Stelle friert der Mauszeiger an der Menüleiste fest...

Bis der PC wieder hochgefahren ist, hole ich mir erst mal eine Kaffee, um mich dann gemütlich an das Verfassen dieser besinnlichen Geschichte zu machen.

Die Presseaussendung des Telekom-Unternehmens öffne ich übrigens heute nicht mehr. Es wird ohnehin übermorgen in der Zeitung stehen, was man mir mitzuteilen hatte.

(Dieser Beitrag erschien erstmals am 11.5.2000 im Newsletter von c.c.fox , nunmehr mission one)
Von Karina Matejcek am 30.01.2002, 06:01, in more eStuff
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