02.10.2005

Gudrun Sonnenberg: Kollege Ich

Cover Kollege Ich Die Kunst allein zu arbeiten - so lautet der Untertitel des Buches, das zu einem treuen Freund für alle werden könnte, die allein im Homeoffice mit dem inneren Schweinehund kämpfen.

Viele, die allein arbeiten, sei es als Freiberufler oder Selbstständige im Home Office, im Außendienst "on the road" oder in einer der neuen Arbeitsformen, z.B. als Teleworker, kennen es: Motivations- und Disziplinprobleme, Einsamkeitsgefühle, mangelndes Feedback zu Geleistetem oder einfach fehlendes Reflektieren der eigenen Situation wechseln sich ab mit Glücksgefühlen ob der Freiheit von Stechuhren und Chef-Allüren und der Euphorie, wenn das Business läuft.

Gudrun Sonnenberg beschreibt in ihrem Buch beide Seiten der Medaille und geht dabei sehr detailliert auf die Problemfelder ein, die sie ausführlich beschreibt und zu denen sie auch Lösungsansätze bietet. Dabei hält sie sich an realisierbare Ansätze und vermeidet Schnell-Rezepte zum Selbstcoaching, die im Alltag meist ohnehin wieder versanden.

Ihr Credo: Solo zu arbeiten macht glücklich - aber es muss zur Person passen und im Lebens- und Arbeitszusammenhang einen Sinn ergeben. Und so kommt in ihrem Repertoire an Ratschlägen auch der geordnete Rückzug vor, eine Maßnahme, die in der Literatur zum Gründen und zur Selbstständigkeit selten in solcher Ausführlichkeit beschrieben wird.

Der angenehm zu lesende Schreibstil und die schöne Ausstattung des Buches seien ebenfalls erwähnt - neben dem sehr brauchbaren Inhalt weitere Argumente für Einzelkämpfer und solche, die es werden wollen/müssen, sich den "Kollegen Ich" als Begleiter zu holen.

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von Karina Matejcek • ein Trackback

10.07.2005

Stephen Brown: Die Botschaft des Zauberlehrlings

Cover Botschaft des Zauberlehrlings
Die Magie der Marke Harry Potter

Millionen von Fans warten voller Spannung auf die neuesten Abenteuer des Zauberlehrlings. Und nicht nur die: Ganze Branchen fiebern dem Marketing-Event mit Spannung entgegen. Was ist das Geheimnis von Harry Potter?


Stephen Brown nimmt in seinem Buch Harry Potter als Marke unter die Lupe - eine äußerst kunstvolle und hoch wirksame Verknüpfung verschiedenster Storys, ein Spiel um Rätsel, Geheimnis, Enthüllung und Verschleierung: Da gibt es die Autorenstory - die jener mittellosen Frau, die auf einmal reicher wird als die Queen. Da gibt es die Buchstory - mit ihren unzähligen Ankündigungen, wann der neue Band erscheint, und ihren Mega-Partys zum Erscheinen. Und schließlich die Story der Feuilletonisten und Literaturkritiker, die das Buch mit ihrer herablassenden Kritik natürlich umso begehrenswerter machen.

"Harry Potter ist das personifizierte Marketing." Der erste Harry-Potter-Band erschien 1997 – und was seither geschah, sprudelt der Autor in unverkennbarer Begeisterung für das Harry-Potter-Universum hervor.

Und dieses Universum ist ein Marketing-Universum. Von der überreichen Produkt- und Markenwelt in den Harry-Potter-Romanen über die PR- und Marketingstrategien der Autorin über die Filme und das Merchandising liefert Stephen Brown Einblicke, Facts & Figures und Interpretationen.

Die These: Selbst das Marketing wird hier vermarktet. Die Meldungen über Vorbestellungszahlen, Auflagenhöhen, Honorarerlöse, Lizenzverträge und Logistikleistungen am Auslieferungstag liefern der Nachfragespirale ständig Energie zu und heizen Diskussionen und Polarisierungen nur noch mehr an. Gesteuert oder nicht, spielt gar keine Rolle, Tatsache ist, es funktioniert.

Warum es funktioniert, beschreibt der Autor in den zentralen Kapiteln des Buches: "Die Konsumenten" und "Die Marke":

"Wenn Geschichten das Rüstzeug für das Leben sind, dann sind Harry-Potter-Konsumenten bestens ausgerüstet und genießen ihr Leben in vollen Zügen. Wie tief die Leute in die Zauberwelt eintauchen, lässt sich vielleicht am deutlichsten an der Fanfiction erkennen. Dabei handelt es sich um vollständige HP-Romane, verfasst von Fans unter Verwendung von Rowlings Figuren, die auf speziellen Websites veröffentlicht werden. Laut fanfiction.net, dem wichtigsten Forum für diese Art Texte, liegen derzeit geschätzte 64.000 Ergänzungen zum Harry-Potter-Korpus vor."

Dass sich Warner Brothers auf der Copyright-Front hier schwer tat und inzwischen auf Konsenskurs einschwenkte, ist nur ein Merkmal dieser Fankultur. (Das Cluetrain Manifest lässt recht herzlich grüßen: Märkte sind Gespräche und so weiter.)

Harry Potter als Marke verkörpert etwas, das besondere Marken besonders auszeichnet: Ambiguität. In diesem Fall: die Spannung zwischen den Polen Magie und Alltäglichkeit.

"Ganz offenkundig werden die alten Prinzipien des Markenbrandings, in der eine individuelle Marke für eine und nur eine Sache steht, durch die Einsicht ersetzt, dass das Branding ein mehrdeutiges Geschäft ist. Mehrdeutigkeit lässt sich allerdings nicht so einfach verkaufen. 'Ambi-Brand' zählt nicht zu der Art von Neologismus, die dazu angetan ist, die weltweiten Vorstandsetagen im Sturm zu nehmen." Also nennt Stephen Brown diese Marken "Regenbogen-Marken":

"Sie lassen uns innehalten. In einer Welt der adjektivischen Inflation, in der großartig normal bedeutet, exzellent gut ist und fantastisch von Mittelmäßigkeit zeugt, erinnern uns Regenbögen an die wirkliche Bedeutung der Adjektive, daran, was wahre Größe ist. Gucci. Rolex. Lamborghini. Die Simpsons. Harry Potters Feuerblitz."

Lesen! grin

Erschienen bei Hanser - bestellbar bei Amazon
von Karina Matejcek / Markus Stolpmann • keine Trackbacks

23.06.2005

Hauser/Hauser/Wenz: Das HTML/CSS Codebook

HTML/CSS CodebookNeu auf eDs Schreibtisch: Das HTML/CSS Codebook von Addison Wesley. HTML und CSS bestimmen Form und Inhalt von Websiten, jeder Webmaster und Webdesigner hat also damit zu tun. Addison-Wesley geht mit dem Codebook einen ganz neuen Weg und bietet den Lesern sofort umsetzbare Lösungen für die täglichen Aufgaben bei der Website-Gestaltung als Kombination aus Nachschlagewerk und CDROM.

Während bei vielen anderen Buchprojekten an der Ausstattung und in der Herstellung gespart wird, gibt es hier ein sehr angenehmes, gut lesbares Layout (mit grün als Akzentfarbe), es gibt ein praktisches Griffregister und ein praktisches Lesebändchen. Der Stoff ist sinnvoll gegliedert, es gibt drei Teile: Teil I "Einführung" mit Grundlagen zu HTML und CSS, Teil II mit den "Rezepten" und Teil III als "Referenz" mit CSS- und HTML-Befehlsverzeichnisen, tabellarischen Übersichten, Glossar und Stichwortverzeichnis.

Vor allem die "Rezepte", die über 80 Prozent des Buches ausmachen, sind thematisch gut strukturiert. Aus dem Inhalt:Textgestaltung, Absätze, Links, Grafiken + Hintergründe, Listen, Tabellen, Formulare, Frames, Positionierung + Layout, Plugins + Multimedia, Browser-Besonderheiten, Meta-Tags + Suchmaschinen, Accessibility + Usability und ein "Blick über den Tellerrand". Die Überschriften der insgesamt 344 Rezepte ermöglichen es, sehr rasch die gesuchte Lösung zu finden. So lauten die Rezepte beispielsweise 173 Mehrfaches Versenden von Formularen verhindern oder 209 Positionierung von CSS verstehen und 281 Automatische Weiterleitung mit serverseitigen Mitteln.

Insgesamt ein sehr ambitioniertes und gelungenes Projekt, bei dem nicht nur die Autoren bei der Auswahl der Beispiele auf praktischen Nutzen gesetzt haben, sondern auch seitens Verlag und Herstellung dieser Nutzwert durch innovative Ideen bei der Umsetzung (Griffregister u.ä.) auch im endgültigen Produkt manifestiert wurde. Sehr nützlich für alle, die viel in der Welt des Webdesigns unterwegs sind!

Marianne Hauser, Christian Hauser, Tobias Wenz
Das HTML/CSS Codebook, m. CD-ROM
Addison-Wesley, München, Mai 2005
99,95 Euro

Das Buch bei Amazon...

Eine ausführlichere Rezension gibt es in unserem neuen eDings Buchshop.
von eD, das kleine eDings • keine Trackbacks

07.05.2005

Weixlbaumer/Ciresa: IT-Projekte in Österreich

IT-Projekte in Oesterreich Wer kennt sie nicht: Dicke Wälzer, die Projektmanagementwissen vermitteln wollen, aber oft den Praxisbezug vermissen lassen. Das ist hier anders. Entgegen dem, was der Titel vermuten lässt, liefert das Buch praxisnahes Management-Wissen für die effektive Durchführung von IT-Projekten. Dabei gehen die Autoren zwar auch auf österreichspezifische Rechtsfragen ein, das Buch lässt sich jedoch auch außerhalb Österreichs mit Gewinn lesen.


Elmar Weixlbaumer war als Projektleiter für verschiedene internationale IT-Großprojekte in unterschiedlichen Branchen verantwortlich - ein Mann aus der Praxis also. DDr. Meinhard Ciresa ist Wirtschaftsanwalt in Wien und steuert das Wissen über IT- und Lizenzrecht sowie die Internet-Rechtsprechung bei.

Das im Manz-Verlag, Wien, erschienene Buch der beiden Autoren profitiert aus diesem reichen Erfahrungsschatz, ist gut zu lesen (auch für Einsteiger in das Thema) und liefert zudem zahlreiche Handreichungen in Form von Musterdokumenten, die per Download bezogen werden können.

Allein: Der Titel ist unglücklich gewählt. Unter "IT-Projekte in Österreich" würde man eher eine Fallbeispiel-Sammlung erwarten. Zudem ist der überwiegende Teil der Informationen nicht österreich-spezifisch: Die landesspezifischen Besonderheiten sind im Gegenteil explizit gekennzeichnet. Gerade Projektneulinge, die aus den immer wieder eingestreuten Beispielen aus dem Projektalltag den größten Nutzen ziehen könnten, werden so vom Titel unnötigerweise abgeschreckt.

Inhaltlich schlägt das Buch einen weiten Bogen:
  • Im ersten Teil geht es allgemein darum, was Projekte generell und IT-Projekte im Besonderen auszeichnet: Wie erkennt man ein IT-Projekt? Welche Interessen haben die Projektbeteiligten? Wie stellt man ein gutes Projektteam auf?
  • Im zweiten Teil behandeln die Autoren dann die Projektplanung: Angefangen von der Angebotserstellung über Vertrags- und Kalkulationsfragen bis zu Planungstechniken, Projektmanagement-Software und der richtigen Dokumentation reicht hier das Spektrum.
  • Im dritten Teil geht es um die eigentliche Projektarbeit und vor allem um Fragen der Kommunikation und Teamführung.
  • Der abschließende vierte Teil widmet sich der Qualitätssicherung sowie dem Projektabschluss und der Übergabe.
Abgerundet wird das Buch durch ein Glossar (das gerade für Einsteiger hilfreich ist) sowie ein weiterführendes Adress- und Literaturverzeichnis. Gut gelöst ist auch die Gestaltung des Buches: verschiedene Icons markieren wichtige Hinweise, Fallstricke ("How to kill a project") sowie österreichspezifische Textteile oder weisen auf verfügbare Arbeitshilfen hin.

Eine nützliche Lektüre, die gerade unerfahrenen Projektleitern ans Herz gelegt werden kann.
Das Buch ist über Amazon erhältlich...
von Karina Matejcek / Markus Stolpmann • keine Trackbacks

20.04.2005

Lothar Seiwert: Die Bären-Strategie

Cover Baerenstrategie In der Ruhe liegt die Kraft. Sagt der Bär. Und der Zeitmanagement-Coach Lothar Seiwert, erklärter Fan der bärigen Gesellen, sagt das auch. Die Bären-Strategie ist eine Geschichte für Erwachsene, die uns anregt, über unsere Lebensvisionen, Ziele und Wünsche nachzudenken und uns den Weg zu mehr Gelassenheit weist.

Der gefragteste deutsche Coach zum Thema Zeit- und Selbstmanagement ist ein Bärenfan. Bären stehen für Ruhe und Kraft. In Lothar Seiwerts neuem Buch, einer amüsanten Fabel, bringen sie den anderen Tieren bei, wie sie Zeitnöte und ihr Leben in den Griff bekommen. Der Plot mag manchem abgeklärten Gemüt etwas banal erscheinen, aber spätestens beim Betrachten der Bärencartoons (coole Armbanduhr, die er da trägt) wird der Leser, die Leserin von Rührung überbärt und kann nicht mehr aufhören zu lesen, bis die Geschichte zu Ende ist.

Die "Lehre vom Zeitmanagement" wird humorvoll und eingängig vermittelt - und wer wäre sich nicht auch schon mal wie Beate Biene (emsig, aber immer überarbeitet), Harry Hase (überfordert und hektisch), Hans-Rudolph Hirsch (bequem und planlos) oder eines der anderen im Buch versammelten Tiere vorgekommen? Schmunzelnd liest man sich durch den "fabelhaften" Text, freut sich über die vielen süßen Bilder und hat am Ende der Lektüre die seiwertschen Regeln sinnvoller Lebensgestaltung auf fast spielerische Art verinnerlicht.

Und: Das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk für notorische Zeitmanagement-Verweigerer!

Die Bären-Strategie gibt es bei Amazon!
von Karina Matejcek / Markus Stolpmann • keine Trackbacks

25.03.2005

Martin Aschoff: Professionelles Direkt- und Dialogmarketing per E-Mail

Cover AschoffInhalte richtig formulieren und gestalten - E-Mails sicher zustellen und auswerten - Praxistipps und Fallbeispiele

Marketing per E-Mail gehört für viele Unternehmen zum Standardrepertoire im Marketing-Mix. Was jedoch nicht bedeutet, dass all diese Unternehmen auch wirklich verstanden hätten, wie es funktioniert.


Die Bandbreite der möglichen Fehler ist groß. Und auch (oder gerade) der Einsatz mächtiger E-Mail-Marketing-Tools schützt nicht davor, in inhaltliche, gestalterische, technische und rechtliche Fettnäpfchen zu treten. Die Lektüre dieses Buches bewahrt vor Schaden, Ärger und Peinlichkeiten.

Der Autor Martin Aschoff ist einer der wirklichen Experten auf diesem Gebiet. Als Gründer und Vorstand der Agnitas AG, eines Anbieters von E-Mail-Marketing-Lösungen, ist er nun seit Jahren im Markt präsent und arbeitet kontinuierlich an der Entwicklung und Verbreitung von E-Mail-Marketing-Wissen, zum Beispiel durch einen regelmäßigen Newsletter mit hohem Nutzwert.

Die Inhalte des Newsletters wurden schon vor längerer Zeit in Buchform gegossen. Und nun liegt die 2. Auflage des Standardwerks vor, die um einige wesentliche Themen wie Einsatz von PDF und Video, Umgang mit Spam-Filtern und Informationen über die aktuelle Rechtslage erweitert wurde.

Aus dem Inhalt:
Grundlagen des E-Mail-Marketing
Aufbau eines E-Mail-Verteilers
Die Inhalte
Design und Layout
Versand und Auswertung
Die Technik
Zustellung optimieren und Rücklauf automatisieren
Recht im E-Mail-Marketing
Kosten und Refinanzierung

Das Buch überzeugt durch übersichtlichen Aufbau, ein ausführliches Inhaltsverzeichnis, ein detailliertes Stichwortverzeichnis und natürlich durch die praxisorientierte Aufbereitung der Materie. Es ist sehr verständlich geschrieben und daher auch für Einsteiger in die Thematik gut geeignet.

Jene, die schon länger aktiv E-Mail-Marketing betreiben oder redaktionelle Newsletter veröffentlichen, werden viele Hinweise auf Optimierungsmöglichkeiten finden und sich in zahlreichen Details auf den neuesten Stand bringen können. Prädikat: sehr empfehlenswert.

Kaufen Sie dieses Buch bei Amazon.
von Karina Matejcek / Markus Stolpmann • keine Trackbacks

09.03.2005

Anja Förster, Peter Kreuz: Different Thinking!

Cover Different ThinkingSo erschließen Sie Marktchancen mit coolen Produktideen und überraschenden Leistungsangeboten

Business-Querdenken heißt, immer auf der Suche nach neuen Ideen und Wegen zu sein - und dies nicht im eigenen Umfeld, sondern in fremden Revieren: beim eigenen Mitbewerb, in anderen Branchen, in anderen Ländern und anderen Kulturen. Business-Querdenken heißt aber auch, altbewährte Mechanismen in neuen Zusammenhängen einzusetzen, Verhaltensweisen zu hinterfragen und das eine oder andere völlig Abwegige, ja "Verrückte" zu tun.


Business-Querdenken belebt das Geschäft (erfüllt es mit Leben und lässt die Kasse klingeln), überrascht (Kunden und mitunter auch die eigenen Mitarbeiter), zieht die Aufmerksamkeit auf sich (Medien berichten, Wettbewerber kupfern die neuen Methoden ab), Business-Querdenken ist eigentlich und in Wahrheit die einzige Rettung, die vielen Unternehmen (Institutionen, Organisationen) noch bleibt, sich aus den Niederungen des Jammertals herauszubegeben.

Welche Ergebnisse Business-Querdenken bringen kann, zeigt das neue Buch von Anja Förster und Peter Kreuz. "Different Thinking" versammelt zahlreiche Fallgeschichten von Unternehmen, die sich nach einer der im Buch beschriebenen 17 Querdenk-Regeln aus der Masse von Anbietern hervorheben: durch innovative Produkte und Dienstleistungen, durch überraschende Kombination von Angeboten, durch Änderung der Marktausrichtung und vieles mehr.

Die Lektüre erzeugt so manchen Aha-Effekt, öffnet die Augen und fördert die eigene Bereitschaft, eingefahrene Bahnen zu verlassen und mal ein wenig - nun ja - quer zu denken!

Different Thinking ist bei Amazon erhältlich.
von eD, das kleine eDings • keine Trackbacks

12.02.2005

Alistair McDonald: SpamAssassin

Cover SpamAssassinSpam ist eines der Grundübel unserer Zeit. Manuell unerwünschte E-Mails auszusortieren ist längst kein gangbarer Weg mehr. Halbwegs gut dran ist derjenige, dessen Provider einen brauchbaren Spamfilter bietet. Aber wer einen eigenen Server betreibt oder mit den zur verfügung stehenden Angeboten nicht glücklich wird, der muss selbst Hand anlegen. Hier kommt SpamAssassin ins Spiel: Es ist Open Source, kostenlos erhältlich und derzeit das Nr. 1-Tool, wenn es um Spamabwehr geht. So war ich denn auch sehr auf SpamAssassin von Alistair McDonald gespannt, das Addison-Wesley aktuell in deutscher Übersetzung auf den Markt gebracht hat.



Um es vorweg zu schicken: Schon lange habe ich kein vergleichbar gut aufgemachtes und nützliches Buch auf dem Schreibtisch gehabt. Das fängt schon bei Cover, Einband und Satz an - und setzt sich bei der Übersetzung fort. Dem Anspruch, ein "Leitfaden zu Konfiguration, Integration und Einsatz" (so der Untertitel) für SpamAssassin zu sein, wird das Buch tatsächlich gerecht. Dabei war ich zunächst etwas skeptisch, denn der Verlag gibt an:
Dieses Buch beschreibt fokussiert und übersichtlich, wie Spam Assassin auf- und eingesetzt wird, um Spam erfolgreich abzuwehren. Der Autor schafft mit der Beschreibung verschiedener Abwehr-Verfahren zunächst die theoretischen Grundlagen, bevor er detailliert deren Umsetzung mit Spam Assassin beschreibt. Von der Zusammenarbeit mit verschiedenen Mailservern wie sendmail, qmail und exim über die dynamische Optimierung der Filter bis hin zu Performancefragen werden alle Aspekte der Spam Assassin-Praxis behandelt.

Das ist ein hoher Anspruch, vor allem, wenn man weiß, dass Spamabwehr auf dem Server ziemlich komplex ist: Da gibt es eben nicht die eine Standardschnittstelle, sondern SpamAssassin muss sich mit unterschiedlichen MTA und LDA verstehen. Und auch SpamAssassin selbst ist nicht gerade simpel zu nennen, erst recht, wenn als Demon betrieben.

Aber der Autor schafft es, auch relativ unerfahrene Administratoren anzusprechen und die verschiedensten Szenarien verständlich zu beschreiben. Dazu trägt auch bei, dass der Leser zunächst behutsam in das Thema Spam, Spamerkennung und Spamabwehr eingeführt wird. Um SpamAssassin selbst geht es dann erst ab Seite 70.

Aber auch da bleibt das Buch immer gut lesbar, bietet einen guten Index und ein umfangreiches Glossar und ist vor allem aktuell und nachvollziehbar. Wer nomalerweise seinen Server nur mit vorgefertigten Paketen des Distributors aktualisiert, der wird nicht nur informiert, warum in diesem Fall die Installation aus den Originalquellen wesentlich sinnvoller ist - er wird auch mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung versorgt.

Während des Lesens habe ich dann auch die Probe aufs Exempel gemacht und anhand des Buches SpamAssassin auf einem unserer Server nach Anleitung installiert, konfiguriert und an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Erwartungsgemäß geht bei einem solchen Vorhaben nicht gleich alles glatt - dass der Autor aber zahlreiche Hinweise zur Fehlersuche und -behebung liefert, kann man in der Regel so nicht erwarten. Immer wieder stellt man fest, dass der Autor sein Metier kennt und nicht nur eine bestimmte Linux-Distribution berücksichtigt.

Diese Praxiserfahrung zeigt sich auch im dritten Teil, wenn es um die Leistungsoptimierung, die Wartung und die lokale Anpassung der SpamAssassin-Installation geht. Themen, die häufig außen vor bleiben, wenn man im Internet nach Informationen zu SpamAssassin sucht.

Und auch die Übersetzung hat mich positiv überrascht: G&U Technische Dokumentation aus Flensburg hat hier gute Arbeit geleistet und sogar die aktuellen deutschen Gesetze zu Löschen und Melden von Spams eingearbeitet. Das Buch ist trotz der Techniklastigkeit jederzeit gut lesbar und verständlich. Das kann man bei weitem nicht von jeder Übersetzung sagen. Und selbst das Covermotiv macht Spaß ... das hätte ich gerne als Poster! Insgesamt ein rundum gelungenes Buch, auch wenn mancher die Nase rümpft, wenn er für Literatur zu einer kostenlos erhältlichen Software 40 Euro ausgeben soll: Wer die Informationen richtig einsetzt und so letztlich auch nur eine Stunde seiner wertvollen Arbeitszeit einspart, für den hat sich das Buch schon gelohnt!

Das Buch bei Amazon bestellen...


Alistair McDonald
SpamAssassin: Leitfaden zu Konfiguration, Integration und Einsatz
Addison-Wesley, München, Januar 2005
ca. 40 Euro
von Markus Stolpmann • keine Trackbacks

07.02.2005

Kirsten Mennenga: Join in!

Cover Join in!Virtuelle Netzwerke für Frauen, die schneller Karriere machen wollen - Ratgeber für Professionals, Wiedereinsteigerinnen und Frauen in der Neuorientierungsphase - Kirsten Mennenga zeigt, wie virtuelle Netzwerke für Frauen ticken.

Als ich voriges Jahr von Kirsten Mennenga gefragt wurde, ob ich einen Beitrag über meine Netzwerkerinnen-Aktivitäten für ihr Buch beisteuern möchte, habe ich natürlich gleich zugesagt.

Das Buch Mama im Job war eben erschienen, das ich mit Petra A. Bauer geschrieben hatte, der Berlinerin, die ich über das virtuelle Netzwerk Texttreff kennen gelernt hatte. Im Mittelpunkt unseres gemeinsamen kleinen Beitrags für Join in! stand dann auch unsere Zusammenarbeit bei Mama im Job. Die ohne Internet und ohne unser Netzwerk gar nicht möglich gewesen wäre.

Unsere Story ist eine unter vielen interessanten Berichten von begeisterten Netzwerkerinnen, die sich im Internet austauschen, sich gegenseitig unterstützen und auch vielfach in virtuellen Teams zusammenarbeiten. Dazu gibt es viele praktische Informationen zum Networken und zum Communityleben und es werden zahlreiche virtuelle Netzwerke für Frauen vorgestellt.

Das Buch bietet einen guten Einstieg in das virtuelle Netzwerken für Frauen, es liefert viele Informationen für die optimale Online-Kommunikation und zeigt mit den vielen authentischen Fallgeschichten, welche Möglichkeiten das Internet gerade Frauen bietet, sich beruflich und privat zu vernetzen.

Ganz am Anfang des Buches steht ein Zitat von Victor Hugo:
Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

In diesem Sinne empfehle ich, mit diesem Buch einzusteigen:

Dr. Kirsten Mennenga
Join in!
VDM Verlag Dr. Müller, 2005

Lieferbar bei Amazon

von Karina Matejcek • keine Trackbacks

01.02.2005

Uwe Scheler: Vortragsfolien und Präsentationsmaterial

imagePräsentationen und Vorträge werden heute in der Regel mit Powerpoint-Folien, Flipchart oder Whiteboard unterstützt. Die Grundlagen der optimalen Gestaltung vermittelt das Buch von Uwe Scheler, das in der handlichen "New Business Line" bei Redline Wirtschaft erschienen ist.

Auf knapp 130 Buchseiten stellt der Autor die wesentlichsten Merkmale der Aufbereitung von Daten und Fakten, der grafischen und textlichen Gestaltung von Präsentationsfolien vor. Er geht auf den Einsatz von Grafikprogrammen ein, beschreibt die idealen Darstellungsformen für Zahlenmaterial und Texte und gibt praxisgerechte Tipps für den Aufbau von Powerpointfolien.

Auch die Konzeption kommt nicht zu kurz: Ziele festlegen, Zielgruppen analysieren und sich unter Berücksichtigung verschiedener Parameter auf eine sinnvolle Darstellungsform festzulegen sind wesentliche Vorarbeiten auf dem Weg zur guten Präsentation. Das Buch liefert dazu viele Informationen und hilft mit einem Check-up bei der Überprüfung, ob die Unterlagen auch wirklich die ihnen zugedachten Aufgaben erfüllen.

Das Buch ist ein guter Einstieg, bietet aber auch jenen, die schon Erfahrung im Umgang mit Powerpoint und Co. haben, viele praktische Hinweise. Es ist bei Amazon erhältlich.

von Karina Matejcek / Markus Stolpmann • keine Trackbacks
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